Die spinozerebelläre Ataxie Typ 3 (SCA3),
früher auch als Machado-Joseph-Erkrankung bezeichnet, ist weltweit die
häufigste Form einer dominanten Ataxie. Der genetische Defekt der SCA3,
eine sogenannte CAG-Repeat-Mutation, wurde vor etwa 10 Jahren gefunden.
Seitdem gibt es weltweit Bemühungen, die molekulare Pathogenese dieser
Erkrankung aufzuklären und neue Therapien zu entwickeln. Auch wenn
derzeit noch keine klinisch anwendbaren Therapien verfügbar sind,
besteht doch vorsichtiger Optimismus, dass in den nächsten Jahren
zumindest klinische Prüfungen mit neuen Substanzen durchgeführt werden
können. Um in solchen zukünftigen klinischen Prüfungen den möglichen
Nutzen neuer Therapien zu untersuchen, ist die Kenntnis des natürlichen
Verlaufs der SCA3 zwingend erforderlich. Bis heute gibt es keinerlei
prospektive Verlaufsstudien der SCA3 oder irgendeiner anderen
spinozerebellären Ataxie.
In unserem Projekt soll daher der
natürliche Verlauf der SCA3 untersucht werden. Wir beabsichtigen, etwa
100 Patienten mit nachgewiesener SCA3-Mutation zu rekrutieren und sie
in den nächsten 5 Jahren in jährlichem Abstand nach einem
standardisierten Untersuchungsprotokoll zu untersuchen. Im Vordergrund
stehen dabei klinische Untersuchungen, die aber durch
Kernspintomografien und elektrophysiologische Untersuchungen ergänzt
werden sollen. Die Ergebnisse dieser Studie werden erlauben, die
jährliche Progressionsrate der SCA3 abzuschätzen und Messinstrumente
für zukünftige klinische Studien zu entwickeln. Wir erwarten außerdem
neue Erkenntnisse über Faktoren, die den Krankheitsverlauf beeinflussen.
Projektleiter: Prof. Dr. T. Klockgether
Ansprechpartner: Frau Dr. Schmitz-Hübsch
Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Bonn
Sigmund-Freud-Str. 25
53105 Bonn
Tel.:0228/287 15714
e-mail: tanja.schmitz-huebsch@ukb.uni-bonn.de |