Die Friedreich Ataxie ist eine autosomal rezessive Erkrankung und mit
einer Häufigkeit von 1 Erkrankten pro 30.000 bis 40.000 Personen die
häufigste erbliche Ataxie. Klinisch zeichnet sich die
Friedreich-Erkrankung durch eine zunehmende Ataxie aus (Unsicherheit
beim Stehen und Gehen), durch eine Dysarthrie (verwaschenes Sprechen),
durch eine Verringerung des Vibrationsempfindens sowie durch eine
Muskelschwäche der Beine. Ferner ist sie häufig mit einer hypertrophen
Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung) und einem Diabetes mellitus
vergesellschaftet. In den meisten Fällen treten die ersten Symptome um
die Pubertät herum auf, doch auch ein späterer Erkrankungsbeginn ist
möglich. Die genetischen Veränderungen, die dieser Erkrankung zugrunde
liegen, sind mittlerweile bekannt. Der genaue Zusammenhang, warum diese
genetische Veränderung jedoch zu gerade diesen Krankheitssymptomen
führt, ist noch nicht geklärt. Auch weiß man bis heute nicht, warum die
Krankheitssymptome zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Leben auftreten
und warum der Krankheitsverlauf bei verschiedenen Patienten sehr
unterschiedlich sein kann. Eine wirksame Therapie existiert bis heute
für die Friedreich Ataxie ebenfalls nicht. Wir wollen daher im Rahmen von GeNeMove unter Zusammenarbeit möglichst
vieler deutscher Kliniken Friedreich Ataxie-Patienten standardisiert
untersuchen, um zunächst den natürlichen Verlauf der Erkrankung genau
kennen lernen zu können. Ferner planen wir Blutuntersuchungen, um
feststellen zu können, welche zusätzlichen Faktoren neben den bekannten
Genveränderungen den Erkrankungsbeginn und den Verlauf der Erkrankung
beeinflussen könnten. Wenn wir hier ausreichend Erfahrungen und
Ergebnisse gesammelt haben, planen wir darüber hinaus eine
Therapiestudie mit Medikamenten, die den Verlauf der Erkrankung günstig
beeinflussen sollen. Insgesamt wollen wir in unserem Friedreich Projekt die Erkrankung
besser kennen lernen, um hierdurch und durch mögliche Therapieansätze
den Patienten, die an der Friedreich Ataxie erkrankt sind, in Zukunft
besser helfen zu können. Projektleiter: Prof. Dr. J. B. Schulz
Ansprechpartner: Dr. med. Susanne Döhlinger
Universitätsklinik Göttingen
Zentrum für Neurologische Medizin
Poliklinik
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551 / 39 - 8484
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